«Lecker Ecke»: Pausenkiosk fördert Klassenklima

19. Oktober 2026

Die «Lecker Ecke» stillte Znüni-Hunger und stärkte Gemeinschaft

Auf dem Schulhausplatz bildete sich vor den Herbstferien eine Traube aus Schülerinnen und Schülern. Für den Auflauf sorgte die «Lecker-Ecke». Im Rahmen der Schulsozialarbeit stellte die Klasse 6c ihren eigenen Pausenkiosk auf die Beine.

Selbstgebackene Brötchen, Muffins und Schokoladenkuchen. Popcorn, Äpfel, Gummibärchen und kandierte Trauben. Am Donnerstag, 24. September, konnten die Schulkinder ihre Pausen-Verpflegung am Kiosk «Lecker Ecke» selbst kaufen. Kindergärtner legten den mitgebrachten Znüni-Batzen auf den Tisch – Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c kassierten ein. Der Andrang war gross: die Schlange erstreckte sich über den ganzen Pausenplatz.

Ein Projekt der Schulsozialarbeit

Die Idee zum Pausenkiosk erarbeite Klassenlehrerin Julia Glanzmann gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Stéphanie Hurni. «Ziel der Intervention war nicht, einen funktionierenden Pausenkiosk auf die Beine zu stellen», sagt Hurni. «Vielmehr erlebten die Kinder, dass es jede Einzelne und jeden Einzelnen braucht, damit ein Vorhaben gelingt.» Verantwortung übernehmen und gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten – Absprachen treffen und sich gegenseitig unterstützen. «Um das Miteinander und die Selbstständigkeit zu stärken bietet ein solches Projekt ein praxisnahes Lernfeld.»

Teamwork war gefragt

Zur Vorbereitung des Kiosks standen der Klasse 6c in den letzten fünf Wochen zehn Unterrichtslektionen zur Verfügung. Dabei übernahmen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Aufgaben: Die Marketing-Gruppe erarbeitete den Namen und verteilte Plakate. Bei Besuchen in allen Klassen wurde die Werbetrommel gerührt. Derweil legte die Gruppe Bau den Stand-Standort vor das Schulhaus Cerutti und kümmerte sich um die Kasse mit Wechselgeld und stellte die Tische bereit.

Besonders ins Zeug legte sich das Produktionsteam: «Das Backen nahm viel Zeit in Anspruch», erzählt Andrina Läderach. «Schlussendlich verbrachten wir auch einige Pausen in der Lernküche, um rechtzeitig fertig zu werden. Das hat uns aber nichts ausgemacht.» Bei der Auswahl des Sortiments setzte die Gruppe auf Klassiker wie Schokoladen-Muffins und Popcorn. Aber auch herbstliche Brötchen in Kürbisform aus Grittibänz-Teig und mit Zucker überzogene Trauben – derzeit auf Social Media im Trend – bereitete das Produktionsteam zu. «Eine grosse Herausforderung war es, die Menge richtig einzuschätzen», erzählt Andrina.

Klassengeist und -kasse gestärkt

Die Nachfrage der Schülerinnen und Schüler überstieg die produzierte Menge bei Weitem. Drei Minuten nach dem offiziellen Ende der Pause war der Kiosk so gut wie ausverkauft. «Nur drei Äpfel blieben am Schluss übrig», sagt Malea Arnold aus der Gruppe Finanzen. «Zudem haben wir eine Zustupf in die Klassenkasse erwirtschaftet», fügt sie stolz an. Das kreditlose Darlehen der Schulleitung konnte die 6c bereits wieder zurückzahlen.

«Ich bin stolz auf meine Klasse», sagt Julia Glanzmann. «Im Vorfeld hatte ich grossen Respekt – wie gut die Zusammenarbeit funktionierte, hat mich positiv überrascht.» Wie sich die Intervention langfristig auf das Klassenklima auswirkt wird sich noch zeigen – jetzt nach den Herbstferien wird das vorerst einmalige Projekt nochmals aufgearbeitet. Klar ist: die Jugendlichen lernten dank der «Lecker Ecke», was Teamwork heisst. Und dürfen sich über eine volle Klassenkasse freuen.